Donnerstag, 02.07.2026

Datenausbau und regionale Planung: Mülheim stärkt Hochwasserschutz nach 2021

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Umweltminister Oliver Krischer hat am 30. Juni 2026 das Lagezentrum der Stadt Mülheim an der Ruhr besucht, um mit Kommunalvertretern, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima und dem Ruhrverband Bilanz zu ziehen. Anlass waren Erfahrungen und technische Neuerungen, die die Reaktion auf Hochwasserereignisse seit der Flut von Juli 2021 verbessern sollen.

Leitstelle als Schnittstelle für Einsatzkräfte

Im Lagezentrum zeigten Feuerwehr und Krisenstab aktuelle Pegelstände, Prognosen und Karten mit potenziell gefährdeten Bereichen. Oliver Krischer betonte, dass mit häufiger auftretenden extremen Wetterlagen gerechnet werden müsse und dass eine bessere Information der Einsatzkräfte zentral für den Schutz der Menschen vor Ort sei. Die Kommunikationswege zwischen den beteiligten Behörden seien verkürzt worden, sodass Einsatzplanungen schneller eingeleitet werden können.

Erweiterung des Messnetzes und öffentlich zugängliche Daten

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima hat nach Angaben der Behörde 26 zusätzliche Pegelstationen in Betrieb genommen, vor allem an kleineren Gewässern, die vor 2021 weniger im Fokus standen. Insgesamt zeigt das Hochwasserportal die Messwerte von 122 Hochwassermeldepegeln und weiteren 135 gewässerkundlichen Pegeln des Landesamtes. Ergänzt wird dieses Netz durch Daten von 306 Niederschlagsmessstationen und 79 Pegelanlagen anderer Betreiber.

Die aufbereiteten Daten sind öffentlich einsehbar und werden für Lageberichte genutzt. Das Landesamt liefert täglich hydrologische Lageberichte, die nach einer Neustrukturierung nicht nur für Fachleute leichter lesbar sein sollen. Darüber hinaus werden die aufbereiteten Messwerte den Leitstellen der Kreise und kreisfreien Städte über das Intranet der Landesverwaltung unmittelbar zur Verfügung gestellt. Für einige Pegel an der Ruhr gibt es bereits Prognosefunktionen, die schrittweise auf weitere Messstellen ausgeweitet werden sollen.

Flussgebietsorientierter Ansatz und Finanzierungsfragen

Der Ruhrverband wies bei dem Treffen darauf hin, dass Hochwasserschutz nur flussgebietsübergreifend erfolgreich sein kann. Christoph Donner, zuständig für Technik und Flussgebietsmanagement, machte deutlich, dass Maßnahmen an vielen Stellen der Ruhr und ihrer Nebenflüsse oberhalb von Mülheim notwendig seien. Er forderte Solidarität unter den Kommunen im Einzugsgebiet und betonte die Bedeutung einer verlässlichen Finanzierungsbasis. Der Ruhrverband bietet seinen Mitgliedskommunen seine flussgebietsweite Expertise an, um zusätzliche Rückhalte- und Speicherräume zu identifizieren.

Praktische Ausstattung der Mülheimer Leitstelle

Eine Besonderheit der Leitstelle in Mülheim ist nach Angaben der Feuerwehr die bundesweit erste stationierte mobile Einrichtung zur Trinkwasserversorgung für den Krisenfall. In Kombination mit den erweiterten Messdaten und Prognosen soll diese Ausstattung die Handlungsfähigkeit der Einsatzkräfte in Notlagen verbessern.

Die Zusammenkunft in Mülheim brachte Vertreter auf Landes- und kommunaler Ebene sowie technische Betreiber zusammen und konzentrierte sich auf datengetriebene Informationen, regionale Abstimmung und konkrete Ausstattungsfragen für den Katastrophenschutz.

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