DüDoDenk. Die Gedanken hinter der Stadt.
Hochhäuser polarisieren.
Für die einen stehen sie für Fortschritt, Urbanität und moderne Architektur.
Für andere bedrohen sie das gewachsene Stadtbild und verändern Quartiere auf eine Weise, die kaum rückgängig zu machen ist.
Auch Düsseldorf wird diese Diskussion in den kommenden Jahren immer häufiger führen.
Denn Fläche ist knapp.
Wenn eine Stadt weiter wachsen möchte, liegt eine scheinbar einfache Antwort nahe: höher bauen.
Grundsätzlich ist daran nichts falsch.
Eine Großstadt darf eine Skyline haben.
Und Düsseldorf muss architektonisch nicht so tun, als wäre die Stadt ein Freilichtmuseum.
Trotzdem sollte nicht überall dort ein Hochhaus entstehen, wo es wirtschaftlich möglich wäre.
Denn hohe Gebäude verändern mehr als nur die Aussicht.
Sie verändern Sichtachsen, Schattenwurf, Windverhältnisse und manchmal die gesamte Wirkung eines Viertels.
Deshalb braucht Düsseldorf bei Hochhäusern eine klare Vorstellung davon, wo Höhe sinnvoll ist.
An manchen Standorten können markante Gebäude Orientierung schaffen und das Stadtbild bereichern.
An anderen Stellen würden sie wie Fremdkörper wirken.
Entscheidend ist auch, was im Erdgeschoss passiert.
Ein 100 Meter hohes Gebäude mit einer verschlossenen Lobby und wenig öffentlichem Leben kann für eine Stadt weniger interessant sein als ein fünfgeschossiges Haus mit Geschäften, Gastronomie und einem belebten Platz davor.
Höhe ist kein Qualitätsmerkmal.
Aber sie ist auch kein Problem an sich.
Düsseldorf sollte deshalb weder in eine reflexhafte Hochhausbegeisterung verfallen noch jedes größere Projekt grundsätzlich ablehnen.
Die Stadt braucht vielmehr eine Idee davon, welche Skyline sie langfristig haben möchte.
Denn jedes neue Hochhaus verändert Düsseldorf möglicherweise für Generationen.
Gerade deshalb sollte die wichtigste Frage nicht lauten: Wie hoch können wir bauen?
Sondern: Wo macht Höhe unsere Stadt tatsächlich besser?

