5. Februar bis 24. März 2019
„mutig – weiblich – unvergessen“

Ausstellung: Düsseldorfer Frauen in der Geschichte

Lotte Wicke 1950 bei ihrer ersten Kandidatur zum Landtag NRW.

Im Julo-Levi-Raum der Mahn- und Gedenkstätte zeigen wir die Ausstellung "mutig – weiblich – unvergessen. Düsseldorfer Frauen in der Geschichte“.

„Zur ersten Wahl zum Rat der Stadt Düsseldorf schlugen die Genossen des Distriktes Freiheit mich als Kandidatin vor und als solche musste ich dann auf dem ersten zentralen Sommerfest der Partei im großen Garten der Waldwirtschaft die Gäste begrüßen und die Ansprache halten. Die Leute waren laut, riefen nach den Kellnern und klapperten mit Geschirr. Ich stand auf einem kleinen Mäuerchen und musste mich, klopfenden Herzens bei meiner ersten Rede durchsetzen. Meine Stimme war stark genug, ich setze mich durch und hatte das ‚Ohr der Menge‘.“

So erinnert sich Lotte Wicke an die „erste Stunde“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch in den Jahren zuvor hatte sie sich nicht gescheut, ihre Stimme zu erheben und Verantwortung zu übernehmen. Sie hatte sich im sozialdemokratischen Widerstand engagiert, Flugblätter und die Parteizeitung „Vorwärts“ verteilt.

Weitere Frauen, die sich mutig positionierten, waren unter anderem Cilly Helten, Lore Agnes oder auch Hilde Neyses. Für Hilde Neyses war es eine Selbstverständlichkeit, der jüdischen Bekannten Erna Etscheid Zuflucht zu gewähren, als sie im September 1944 vor der Tür stand und ein Versteck suchte. Dabei riskierte Hilde Neyses nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihres Mannes und der beiden Kinder.

Im Kontext des Weltfrauentages am 8. März sollen Frauen wie Ella Bial, Johanna Ey, Hulda Pankok oder die Geschwister Aufricht in den Fokus gestellt und ihre Lebensgeschichten erzählt werden. Die Kabinettschau ist eine Hommage an 16 mutige Frauen in schwierigen Zeiten.

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf gemeinsam mit dem Stadtarchiv Düsseldorf und dem Büro für Gleichstellung der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

Dienstag, 19. März 2019
Geschichtsorte in Derendorf

Stadtspaziergang

Wir laden ein zu einem rund 90-minütigen Spaziergang durch den Stadtteil Derendorf, wo sich zahlreiche geschichtsträchtige Orte befinden. Unter anderem die Rüstungsschmiede Rheinmetall, das Gefängnis „Ulmer Höh’“, der ehemalige Güterbahnhof und der Schlachthof spielten besondere Rollen in der NS-Zeit.

Im Auftrag der Bezirksvertretung 1 erschien eine Broschüre, in der diese und andere historische Orte in dem Stadtviertel vorgestellt werden.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Treffpunkt ist der Erinnerungsort Alter Schlachthof (Gebäude 1 der Hochschule Düsseldorf), Münsterstraße 156

um 16:30 Uhr.

Sonntag, 24. März 2019
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung

Aufgrund des großen Interesses an unserer Sonderausstellung "mutig – weiblich – unvergessen. Düsseldorfer Frauen in der Geschichte“ (siehe oben) bietet die Kuratorin Astrid Hirsch am letzten Tag der Laufzeit noch einmal eine Führung durch diese Ausstellung an.

Diese Veranstaltung findet zusätzlich statt und ist in unserem Halbjahresprogramm nicht angekündigt.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Zeit: 17:15 Uhr

Dienstag, 26. März 2019
Rechtsextremismus in NRW

Vortrag

Der Vortrag stellt Möglichkeiten und Herausforderungen der zivilgesellschaftlichen Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen vor. Die Referent*innen gehören zur Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Düsseldorf und zur Ausstiegsberatung NinA NRW.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Zeit: 19 Uhr

Sonntag, 31. März 2019
Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus

Offene Führung durch die Dauerausstellung

Blick in die Ausstellung "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus".

„Ich denke, anders zu sein als andere Leute und seinen Überzeugungen treu zu sein, das muss man üben, das muss man lernen, das kann man eigentlich auch gar nicht früh genug lernen – und für diese Einübung bin ich mein Leben lang dankbar gewesen.“

Das sagt Dieter Linz, der als Kind so sehr von der Marine beeindruckt war, dass er sich nichts sehnlicher wünschte als der Marine-Hitlerjugend beizutreten. Doch sein Vater Friedrich Linz, Pfarrer der evangelischen Bekennenden Kirche, verbot ihm den Beitritt. Dieter lernte, dass sein eigener christlicher Glaube mit der Ideologie des Nationalsozialismus nicht vereinbar war. Trotz aller Drangsalierung in der Schule verweigerte er sich dem Beitritt zur Hitlerjugend.

Dies ist nur eine von vielen Geschichten, die in unserer Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder im Nationalsozialismus“ erzählt werden. In unserer kostenfreien, circa einstündigen Führung erfahren Sie mehr.

Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Beginn: 15 Uhr