4. September 2018 bis zum 27. Januar 2019
Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und Gewalt

Sonderausstellung

Düsseldorfer SS-Männer bei der Einweihung des 39er-Denkmals am Reeser Platz, 9. Juli 1939 (StAD)

Die SS verstand sich als Elite der nationalsozialistischen Bewegung und des gesamten deutschen Volkes. Ihr Anspruch einer „züchterischen“ Aufgabe bezog sich einerseits auf die Auswahl ihrer Mitglieder, andererseits auf die „Ausmerze“ all derer, die eines deutschen Volkes nordischer Rasse nicht würdig seien. Elitegedanken und Vernichtungswille paarten sich in diesem Anspruch auf verheerende Weise.

Die Ideologie und Propaganda des Nationalsozialismus im Allgemeinen, noch stärker aber die Selbstinszenierung der SS war geprägt von Körperidealen und Körperbildern. Die SS sollte in körperlicher Hinsicht ebenso wie in ihrer geistigen Verfassung „hart“ und „stark“, soldatisch und kriegerisch sein. Athletische, aufrechte und große Körper, unbestritten „arische“ Abstammung, „nordische“ Physiognomie – das waren Kriterien, die ein SS-Mann in der sogenannten Rassemusterung ab 1934 nachweisen sollte. Auch die Partnerinnen von SS-Männern wurden einer rassischen Auswahl unterworfen: Ihre Aufgabe war es, den „nordischen Neuadel“, nach rassischen Kriterien wertvolle Kinder zu gebären. Nur nach entsprechender Begutachtung wurde eine Hochzeit von den SS-Stellen genehmigt.

Neben den Kult der rassischen Auslese trat die brutale Herabwürdigung und Tötung all derer, die von den Nationalsozialisten als Gegner des Regimes klassifiziert wurden. Propagandistische Abbildungen zeigten körperliche Merkmale, die Minderwertigkeit und fehlende Charakterstärke belegen sollten.

Die Wanderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg stellt dieses Spannungsfeld von Propaganda und Gewalt, Selbstverständnis und „Ausmerze“ ausführlich dar. Sie nimmt zunächst die Ursprünge und Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder in den Blick, um dann das darüber hinausgehende Verständnis der SS und die Nachwirkung solch körperbetonter Ideologie in die rechte Szene der Gegenwart zu präsentieren.

Eine Ausstellung des Kreismuseums Wewelsburg in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

Dienstag, 16. Oktober 2018
Die SS in Düsseldorf. Elitebewusstsein, Ordenskult, Verbrechen

Vortrag

Die Geschichte der Schutzstaffel (SS) in Düsseldorf ist bisher kaum erforscht oder dokumentiert. Erstmals bietet der Vortrag von Dr. Bastian Fleermann einige Einblicke in die Strukturen und Informationen zu Akteuren und Handlungsfeldern der SS in der Rheinmetropole.

Im Mittelpunkt stehen dabei die 20. SS-Standarte, die im Raum Düsseldorf beheimatet war, sowie die zentralen Figuren an der örtlichen Spitze des „Schwarzen Ordens“. Obschon viele Fragen noch unbeantwortet bleiben müssen, bietet der Vortrag einen ersten Eindruck davon, wie stark das Propaganda-Selbstbild und die lokalen Realitäten auseinanderdrifteten.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29
Zeit: 19 Uhr

Donnerstag und Freitag, 18. und 19. Oktober 2018
Auf den Spuren Julo Levins – Sei ein Künstler!

Herbstferienworkshop

Für Kinder zwischen neun und 13 Jahren bieten wir einen Ferienworkshop an. Werde kreativ und entwickle deine eigene Kunstausstellung. Entdecke historische Orte in Düsseldorf und lass sie in deinen künstlerischen Werken lebendig werden. Dabei lernst du von der Kunstpädagogin Dr. Ina Scheffler verschiedene Maltechniken und die Arbeit einer Ausstellungskuratorin kennen.

Der berühmte Künstler Julo Levin wurde als deutscher Jude ausgegrenzt und von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet. Er war Student an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zwischen 1936 und 1938 unterrichtete er Kinder an der Jüdischen Volksschule in Düsseldorf. Im Workshop lernen wir die Zeichnungen und Biografien dieser Kinder kennen.

Den Höhepunkt bildet eure eigene Kunstausstellung, die am 19. Oktober 2018, um 16:30 Uhr eröffnet wird und von allen Besucherinnen und Besuchern in der Mahn- und Gedenkstätte besichtigt werden kann.

Um eine Anmeldung bis zum 15. Oktober 2018 wird gebeten unter Telefon (0211) 89 96205 oder per E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de.

Der Workshop dauert jeweils von 10 bis 16 Uhr. Die Teilnahmegebühr inklusive Mittagessen und Material beträgt 15 €.Start- und Endpunkt ist die Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29.

Donnerstag, 18. Oktober 2018
"Aktion Erntefest". Rekonstruktion eines Massenmords

Vortrag

Der Historiker Dr. Stefan Klemp berichtet über ein Massaker, das unter dem zynischen Decknamen „Aktion Erntefest“ im November 1943 im polnischen Distrikt Lublin verübt wurde.

Deutsche Polizisten und Angehörige der SS erschossen an zwei Tagen über 40.000 Juden. Die Spuren des Massenmords wurden anschließend verwischt, indem man die Leichen verbrannte. In der deutschen Erinnerungskultur ist dieses größte einzelne Massaker des Zweiten Weltkriegs nur wenig bekannt.

Eine gemeinsame Veranstaltung des AStA der Hochschule Düsseldorf und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Hochschule Düsseldorf, Münsterstraße 156, Gebäude 3, Raum 1.001
Zeit: 18.30 Uhr

Donnerstag, 18. Oktober 2018
Am Abend

Rundgang durch die Sonderausstellung

Wir bieten eine Impulsführung durch unsere Sonderausstellung „Die Körper der SS“ an. Welche Körperideale prägten die Ideologie des Nationalsozialismus und ganz konkret der SS? Und welche Auswirkungen hatten diese Ideale auf die Mitglieder der SS und die deutsche Gesellschaft im allgemeinen? Mitarbeiter der Gedenkstätte geben Antworten.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Beginn: 19 Uhr

Dienstag, 23. Oktober 2018
Überlebende als Akteurinnen

Bildervortrag

Dr. Doris Maase (rechts)

Der Berliner Historiker Dr. Henning Fischer referiert über die politischen Lebensgeschichten einer Gruppe von kommunistischen deutschen Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück.

In seinem Buch „Überlebende als Akteurinnen“ porträtiert Fischer den Lebensweg dieser Frauen ab ihrer Politisierung in der Weimarer Republik, beschreibt ihr Engagement für die KPD und im Widerstand sowie ihr Überleben in Ravensbrück. Unmittelbar nach ihrer Befreiung gründeten diese Frauen ein „Ravensbrück-Komitee“ als gemeinsamen sozialen und politischen Verband. Gegen viele Schwierigkeiten führten die Überlebenden ihre Lagergemeinschaften in DDR und BRD und bis in die 2000er Jahre fort und verfolgten eigenständige politische Ziele.

Diese Geschichte wird anhand eines Bildervortrags vorgestellt - dabei wird auch auf die in Düsseldorf wirkende Ärztin und Ravensbrück-Überlebende Doris Maase eingegangen.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Zeit: 19 Uhr

Sonntag, 28. Oktober 2018
Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus

Offene Führung durch die Dauerausstellung

Blick in die Ausstellung "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus".

"Ich hatte keine Angst. Ich habe nur gedacht: Du darfst keinen verraten - [...]". So die Erinnerung von Wolfgang Kannengießer an seine zweitägige Gestapohaft als Teenager.

Welche Ereignisse verbergen sich hinter den Schlagworten "Kleinkrieg am Rochusplatz" oder „Razzia von Gerresheim“? Was bedeutete es „unangepasst“ zu sein, das Privatleben unter ständiger Beobachtung zu wissen? Mehr zu dem Schicksal von Wolfgang Kannengießer und anderen Jugendlichen aus Düsseldorf erfahren Sie in unserer kostenfreien Führung durch die Dauerausstellung "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus".

Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Beginn: 15 Uhr