Noch bis zum 27. Januar 2019
Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und Gewalt

Sonderausstellung

Düsseldorfer SS-Männer bei der Einweihung des 39er-Denkmals am Reeser Platz, 9. Juli 1939 (StAD)

Die SS verstand sich als Elite der nationalsozialistischen Bewegung und des gesamten deutschen Volkes. Ihr Anspruch einer „züchterischen“ Aufgabe bezog sich einerseits auf die Auswahl ihrer Mitglieder, andererseits auf die „Ausmerze“ all derer, die eines deutschen Volkes nordischer Rasse nicht würdig seien. Elitegedanken und Vernichtungswille paarten sich in diesem Anspruch auf verheerende Weise.

Die Ideologie und Propaganda des Nationalsozialismus im Allgemeinen, noch stärker aber die Selbstinszenierung der SS war geprägt von Körperidealen und Körperbildern. Die SS sollte in körperlicher Hinsicht ebenso wie in ihrer geistigen Verfassung „hart“ und „stark“, soldatisch und kriegerisch sein. Athletische, aufrechte und große Körper, unbestritten „arische“ Abstammung, „nordische“ Physiognomie – das waren Kriterien, die ein SS-Mann in der sogenannten Rassemusterung ab 1934 nachweisen sollte. Auch die Partnerinnen von SS-Männern wurden einer rassischen Auswahl unterworfen: Ihre Aufgabe war es, den „nordischen Neuadel“, nach rassischen Kriterien wertvolle Kinder zu gebären. Nur nach entsprechender Begutachtung wurde eine Hochzeit von den SS-Stellen genehmigt.

Neben den Kult der rassischen Auslese trat die brutale Herabwürdigung und Tötung all derer, die von den Nationalsozialisten als Gegner des Regimes klassifiziert wurden. Propagandistische Abbildungen zeigten körperliche Merkmale, die Minderwertigkeit und fehlende Charakterstärke belegen sollten.

Die Wanderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg stellt dieses Spannungsfeld von Propaganda und Gewalt, Selbstverständnis und „Ausmerze“ ausführlich dar. Sie nimmt zunächst die Ursprünge und Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder in den Blick, um dann das darüber hinausgehende Verständnis der SS und die Nachwirkung solch körperbetonter Ideologie in die rechte Szene der Gegenwart zu präsentieren.

Eine Ausstellung des Kreismuseums Wewelsburg in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

Dienstag, 22. Januar 2019
Die SS in Düsseldorf. Elitebewusstsein, Ordenskult, Verbrechen

Vortrag

Die Geschichte der Schutzstaffel (SS) in Düsseldorf ist bisher kaum erforscht oder dokumentiert. Erstmals bietet der Vortrag von Bastian Fleermann einige Einblicke in die Strukturen und Informationen zu Akteuren und Handlungsfeldern der SS in der Rheinmetropole.

Im Mittelpunkt stehen dabei die 20. SS-Standarte, die im Raum Düsseldorf beheimatet war, sowie die zentralen Figuren an der örtlichen Spitze des „Schwarzen Ordens“. Obschon viele Fragen noch unbeantwortet bleiben müssen, bietet der Vortrag einen ersten Eindruck davon, wie stark das Propaganda-Selbstbild und die lokalen Realitäten auseinanderdrifteten.

Da dieser Vortrag im Oktober auf ein Publikumsinteresse stieß, das unsere Raumkapazität überstieg, wiederholen wir nun diese Veranstaltung.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29
Zeit: 19 Uhr

Sonntag, 27. Januar 2019
Kranzniederlegung

Am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erinnert Oberbürgermeister Thomas Geisel gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und dem Erinnerungsort Alter Schlachthof an die Opfer des Holocaust und legt einen Kranz für die Deportierten am ehemaligen Güterbahnhof Derendorf nieder.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Ort: Mahnmal an der Marc-Chagall-Straße, Ecke Toulouser Allee (unterhalb der Jülicher Brücke)
Zeit: 16 Uhr

Sonntag, 27. Januar 2019
"Wirf Deine Angst in die Luft"

Konzertlesung

Anlässlich des Internationen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus präsentieren wir im Maxhaus die musikalische Lesung „Wirf Deine Angst in die Luft“. Damit wollen wir gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern an die deutsch-jüdische Dichterin Rose Ausländer erinnern, die zu den großen deutschen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts zählt. Geboren wurde sie 1901 in Czernowitz/Bukowina, sie starb 1988 in Düsseldorf.

Das Programm „Wirf Deine Angst in die Luft“ ist eine mehrfach ausgezeichnete musikalisch-literarische Collage. In zweijähriger Arbeit hat der Ratinger Musiker Jan Rohlfing ausgewählte Texte von Rose Ausländer vertont und anschließend mit einem Ensemble von Musikern und einer Schauspielerin eingespielt. In seltenen O-Ton-Aufnahmen ist die Stimme von Rose Ausländer selbst zu hören. Die Audio-CD dieses Projekts belegte unter anderem den ersten Platz der Hörbuchbestenliste des Hessischen Rundfunks 2018. Dieses Programm wird nun von acht Musikern und der Schauspielerin Alicia Fassel live im Maxhaus aufgeführt.

Nach einer Begrüßung durch einen Vertreter der Landeshauptstadt Düsseldorf wird Herbert Rubinstein, der wie Rose Ausländer in Czernowitz geboren wurde, Worte des Gedenkens sprechens, ebenso wie Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes der Sinti und Roma NRW.

Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf in Kooperation mit dem Maxhaus, der Evangelischen und Katholischen Kirche Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, dem Düsseldorfer Appell/Respekt und Mut, dem Gerhart-Hauptmann-Haus, der DGB-Jugend Düsseldorf/Bergisch Land sowie zahlreichen weiteren Unterstützern.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Maxhaus, Schulstraße 11
Zeit: 18 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr

Montag, 4. Februar 2019
„mutig – weiblich – unvergessen“

Ausstellungseröffnung

Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke eröffnet die Sonderausstellung  „mutig – weiblich – unvergessen. Düsseldorfer Frauen in der Geschichte“.

Überdies gibt es eine ausführliche Einführung in die Ausstellung.

Der Eintritt ist frei.
Ort:
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf , Mühlenstraße 29
Zeit: 19 Uhr

5. Februar bis 24. März 2019
„mutig – weiblich – unvergessen“

Ausstellung: Düsseldorfer Frauen in der Geschichte

Lotte Wicke 1950 bei ihrer ersten Kandidatur zum Landtag NRW.

Im Julo-Levi-Raum der Mahn- und Gedenkstätte zeigen wir die Ausstellung "mutig – weiblich – unvergessen. Düsseldorfer Frauen in der Geschichte“.

„Zur ersten Wahl zum Rat der Stadt Düsseldorf schlugen die Genossen des Distriktes Freiheit mich als Kandidatin vor und als solche musste ich dann auf dem ersten zentralen Sommerfest der Partei im großen Garten der Waldwirtschaft die Gäste begrüßen und die Ansprache halten. Die Leute waren laut, riefen nach den Kellnern und klapperten mit Geschirr. Ich stand auf einem kleinen Mäuerchen und musste mich, klopfenden Herzens bei meiner ersten Rede durchsetzen. Meine Stimme war stark genug, ich setze mich durch und hatte das ‚Ohr der Menge‘.“

So erinnert sich Lotte Wicke an die „erste Stunde“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch in den Jahren zuvor hatte sie sich nicht gescheut, ihre Stimme zu erheben und Verantwortung zu übernehmen. Sie hatte sich im sozialdemokratischen Widerstand engagiert, Flugblätter und die Parteizeitung „Vorwärts“ verteilt.

Weitere Frauen, die sich mutig positionierten, waren unter anderem Cilly Helten, Lore Agnes oder auch Hilde Neyses. Für Hilde Neyses war es eine Selbstverständlichkeit, der jüdischen Bekannten Erna Etscheid Zuflucht zu gewähren, als sie im September 1944 vor der Tür stand und ein Versteck suchte. Dabei riskierte Hilde Neyses nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihres Mannes und der beiden Kinder.

Im Kontext des Weltfrauentages am 8. März sollen Frauen wie Ella Bial, Johanna Ey, Hulda Pankok oder die Geschwister Aufricht in den Fokus gestellt und ihre Lebensgeschichten erzählt werden. Die Kabinettschau ist eine Hommage an 16 mutige Frauen in schwierigen Zeiten.

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf gemeinsam mit dem Stadtarchiv Düsseldorf und dem Büro für Gleichstellung der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

Mittwoch, 6. Februar 2019
Extreme Rechte. Erscheinungsformen und pädagogische Handlungsmöglichkeiten

Fortbildung

Mitarbeiter des Projekts „NinA – Neue Wege in der Ausstiegsberatung für rechtsextreme Jugendliche und Erwachsene“ skizzieren aktuelle Entwicklungen der extremen Rechten in NRW und Ansätze für Handlungsmöglichkeiten. Dabei werden Erscheinungsformen der extremen Rechten und die Arbeit der Ausstiegsberatung vorgestellt. Anhand von Beispielen aus der Beratungspraxis werden in einem Workshop unterschiedliche Ansatzpunkte und Chancen für die pädagogische Arbeit erarbeitet.

Eine Fortbildung für Lehrkräfte und Multiplator*innen.

Um eine Anmeldung bis zum 5. Februar 2019 wird gebeten unter (0211) 89 96205 oder per E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de

Die Teilnahme ist kostenlos.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Zeit: 15.30 bis 18 Uhr