4. September 2018 bis zum 27. Januar 2019
Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und Gewalt

Sonderausstellung

Düsseldorfer SS-Männer bei der Einweihung des

Die SS verstand sich als Elite der nationalsozialistischen Bewegung und des gesamten deutschen Volkes. Ihr Anspruch einer „züchterischen“ Aufgabe bezog sich einerseits auf die Auswahl ihrer Mitglieder, andererseits auf die „Ausmerze“ all derer, die eines deutschen Volkes nordischer Rasse nicht würdig seien. Elitegedanken und Vernichtungswille paarten sich in diesem Anspruch auf verheerende Weise.

Die Ideologie und Propaganda des Nationalsozialismus im Allgemeinen, noch stärker aber die Selbstinszenierung der SS war geprägt von Körperidealen und Körperbildern. Die SS sollte in körperlicher Hinsicht ebenso wie in ihrer geistigen Verfassung „hart“ und „stark“, soldatisch und kriegerisch sein. Athletische, aufrechte und große Körper, unbestritten „arische“ Abstammung, „nordische“ Physiognomie – das waren Kriterien, die ein SS-Mann in der sogenannten Rassemusterung ab 1934 nachweisen sollte. Auch die Partnerinnen von SS-Männern wurden einer rassischen Auswahl unterworfen: Ihre Aufgabe war es, den „nordischen Neuadel“, nach rassischen Kriterien wertvolle Kinder zu gebären. Nur nach entsprechender Begutachtung wurde eine Hochzeit von den SS-Stellen genehmigt.

Neben den Kult der rassischen Auslese trat die brutale Herabwürdigung und Tötung all derer, die von den Nationalsozialisten als Gegner des Regimes klassifiziert wurden. Propagandistische Abbildungen zeigten körperliche Merkmale, die Minderwertigkeit und fehlende Charakterstärke belegen sollten.

Die Wanderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg stellt dieses Spannungsfeld von Propaganda und Gewalt, Selbstverständnis und „Ausmerze“ ausführlich dar. Sie nimmt zunächst die Ursprünge und Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder in den Blick, um dann das darüber hinausgehende Verständnis der SS und die Nachwirkung solch körperbetonter Ideologie in die rechte Szene der Gegenwart zu präsentieren.

Eine Ausstellung des Kreismuseums Wewelsburg in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

20. September bis 4. Oktober 2018
Der Düsseldorfer Majdanek-Prozess

Eine Veranstaltungsreihe

Mit einer Veranstaltungsreihe erinnern wir an den sogenannten Majdanek-Prozess, der von 1975 bis 1981 vor dem Landgericht Düsseldorf stattfand und zu den längsten Strafverfahren der Bundesrepublik zählt.

Diverse Vorträge und Podiumsdiskussionen mit Zeitzeugen sowie eine Filmvorführung eröffnen auch eine allgemeine Perspektive auf den juristischen Umgang mit NS-Verbrechen und dem Holocaust.

Wie hat sich die Rechtsprechung seit dem Majdanek-Prozess gewandelt?
Wie wurde der Prozess damals aufgenommen?
Wie ist unsere heutige Sicht auf die damaligen und aktuellen Strafverfahren wegen NS-Verbrechen?

Eine Veranstaltung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, dem Erinnerungsort Alter Schlachthof der Hochschule Düsseldorf und der Black Box, Kino im Fimmuseum Düsseldorf.

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen sowie Informationen zum Prozess und zum Konzentrationslager Lublin-Majdanek finden Sie in einem Flyer, den Sie hier einsehen und/oder herunterladen können.

Mittwoch, 26. September 2018
Das Scheitern der Justiz

Vortrag

Dr. Klaus Bästlein spricht über „Das Scheitern der Strafverfolgung von NS-Verbrechen in Deutschland - Die deutsch-deutsche Entwicklung seit 1945 im historischen Verlauf“.

Dr. Klaus Bästlein ist Vorstandsmitglied der niederländischen Stiftung zur wissenschaftlichen Untersuchung von NS-Verbrechen.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Zeit: 1
8 Uhr

Donnerstag, 27. September 2018
Antisemitismus und Strafrecht

Vortrag

Prof. Dr. Thomas Fischer referiert zum Thema „Antisemitismus und Strafrecht heute“.

Prof. Dr. Thomas Fischer ist Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof a.D. und Verfasser des wohl bekanntesten Kommentars zum Strafgesetzbuch.

Der Eintritt ist frei.
Bitte bringen Sie zu dieser Veranstaltung Ihren Personalausweis mit.
Ort: Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Fritz-Roeber-Straße 2

Zeit:
18 Uhr

Montag, 1. Oktober 2018
Protest auf der Mühlenstraße!

Podiumsdiskussion

Protest im Gerichtssaal.

Düsseldorferinnen und Düsseldorfer berichten über ihre sehr persönlichen Erfahrungen mit dem Majdanek-Prozess und die damaligen Proteste im Gericht und auf der Mühlenstraße.

Dabei sind: Martin Volkenrath, damals bei den „Falken“, Jürgen Schuh, VVN BdA, Michael Hein vom Stadtjugendring, der Gewerkschafter Klaus Reuter und Rita Hirlehei, die damals Schülerin war. Die Moderation übernimmt Michael Serrer vom Literaturbüro NRW.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Zeit: 18 Uhr

Mittwoch, 3. Oktober 2018
"Der Prozess"

Filmpräsentation

Wir zeigen den preisgekrönten Dokumentarfilm „Der Prozess“ von Eberhard Fechner. In drei jeweils 90-minütigen Teilen wird das Majdanek-Verfahren in Düsseldorf dargestellt.

Teil 1: „Anklage“ ab 16.00 Uhr, Teil 2: „Beweisaufnahme“ ab 17.45 Uhr, Teil 3: „Urteile“ ab 19.30 Uhr.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Black Box - Kino im Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4
Beginn: ab 16 Uhr

Donnerstag, 4. Oktober 2018
Der Majdanek-Prozess und seine Folgen aus der Sicht von Prozessbeteiligten

Podiumsgespräch

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihezum Majdanek-Prozess findet ein Podiumsgespräch statt.

Klaus Kaiser MdL, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort.

Im Anschluss diskutiert Hans Leyendecker, ehemaliger Investigativ-Journalist der Süddeutschen Zeitung, mit Oberstaatsanwalt a.D. Wolfgang Weber, damals Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft, Rechtsanwalt Dieter Hanschel, damals Pflichtverteidiger, und Dr. Philipp Ambach, Sohn des damaligen weiteren Staatsanwalts Dieter Ambach und selbst Richter am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, sowie Prof. Dr. Cornelius Nestler, Professor für Straf- und Strafprozessrecht an der Universität zu Köln.

Der Eintritt ist frei.
Bitte bringen Sie zu dieser Veranstaltung Ihren Personalausweis mit.
Ort: Leo-Baeck-Saal der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Paul-Spiegel-Platz 1
Zeit: 18 Uhr