Eine gelungene Wiedereröffnung

Zum Abschluss des Eröffnungstages begeisterte die Düsseldorfer Band "Heavy Gummi" das Publikum.

Am 16. Mai 2015 öffnete die Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf an der Mühlenstraße 29 erstmals nach einer mehr als vierjährigen Schließungs- und Umbauphase wieder ihre Türen für das Publikum. Fast 500 Besucher kamen an diesem Tag in die Gedenkstätte.

Am Tag der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Thomas Geisel, am 14. Mai, sahen über 300 geladene Ehrengäste die neuen Räumlichkeiten. Und bereits am 12. Mai nutzten die Mitglieder des Förderkreises die Gelegenheit zu einer exklusiven Vorbesichtigung. Bis zum Sonntag, 17. Mai, wurden insgesamt weit über eintausend Besucher gezählt. Sie zeigten sich beeindruckt von den neuen Räumlichkeiten und der neuen ständigen Ausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“.

Diese Ausstellung  geht anhand ausgewählter Lebensgeschichten den Fragen nach, wie junge Menschen aus unterschiedlichen Milieus sich während der Diktatur verhielten und handelten und welche Erfahrungen sie gemacht haben. Erstmals wird in einem neuen Anbau auch die Zeit nach 1945 dargestellt. In diesem "Forum" geht es ebenso um den "Neubeginn" in Trümmern wie auch um die juristische Aufarbeitung der Verbrechen und die Erinnerungskultur in der Stadt.

Überdies steht eine Präsenzbibliothek mit über 6.000 Büchern zur Verfügung, und das Offene Archiv lädt zum selbstständigen Recherchieren ein. 

1945-2015: 70 Jahre Kriegsende in Düsseldorf und Befreiung vom Nationalsozialismus

Amerikanische Panzer rücken am 17. April 1945 über die Flurstraße in die Innenstadt ein.

Am 16./17. April 1945 wurde Düsseldorf durch US-amerikanische Truppen von der Herrschaft des Nationalsozialismus befreit. Verbunden hiermit war der Widerstand mutiger Düsseldorfer Bürger, die mit ihrer "Aktion Rheinland" die kampflose Übergabe der Stadt an die Alliierten ermöglichten.

Damit endete der Zweite Weltkrieg in unserer Region. Anlässlich des 70. Jahrestages dieser dramatischen Ereignisse haben die Landeshauptstadt Düsseldorf und ihre Bürgerinnen und Bürger mit einer Vielzahl von Veranstaltungen an den Frühling 1945 erinnert.

Gleichzeitig erscheint unter dem Titel "Kriegskinder" eine Publikation, die der Frage nachgeht, wie Kinder den Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf erlebten. Nähere Informationen siehe Publikationen.

Landschaftsverband unterstützt Medienausstattung

Die Medienausstattung der neuen Ausstellungsräume der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf werden durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit Mitteln in Höhe von 80.000 Euro unterstützt. Die Medienproduktion und -planung liegt in der Hand des Düsseldorfer LVR-Zentrums für Medien und Bildung/Medienzentrum für die Landeshauptstadt Düsseldorf.

In enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren wurden in den vergangenen zwei Jahren alle Medienausstattungen und deren zukünftige Benutzung geplant und koordiniert. Cutter und Gestalter kümmerten sich um die Ausstattung von interaktiven Bildschirmangeboten und Audiostationen in der neuen ständigen Ausstellung. Zudem wurde ein englischer Audioguide produziert.

Der LVR arbeitet als Kommunalverband mit rund 18.000 Beschäftigten für die 9,4 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 40 Schulen, zehn Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen sowie mit seinem Heilpädagogischen Netzwerk und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Oberbürgermeister Geisel besuchte die Gedenkstätte

Oberbürgermeister Thomas Geisel im Gespräch mit dem Leiter der Gedenkstätte, Bastian Fleermann (rechts), im ehemaligen Luftschutzkeller. (Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf, Ingo Lammert)

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Thomas Geisel und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe wurden die renovierten und erweiterten Räumlichkeiten der Mahn- und Gedenkstätte an der Mühlenstraße 29 der Presse vorgestellt.

"Ich freue mich darauf, dass unser zentrales Dokumentationszentrum zur NS-Vergangenheit demnächst in ganz neuen Räumlichkeiten, als moderner Lern- und Gedenkort, wieder eröffnen kann", sagte der Oberbürgermeister.

Bei dem Rundgang besuchte er auch den denkmalgeschützten ehemaligen Luftschutzkeller.

Neue Kooperationsvereinbarung

Das Foto zeigt die Vertragsunterzeichnung durch (von links) Astrid Wolters und Hildegard Jakobs von der Mahn- und Gedenkstätte und Regina Wilhelm-Rath und Norbert Klees von der VHS.

Am 14. Januar 2015 wurde eine neue Kooperationsvereinbarung zwischen der Mahn- und Gedenkstätte und der Abteilung Schulische Weiterbildung der Volkshochschule Düsseldorf unterzeichnet. Dies ist die erste Vereinbarung, die im Rahmen der 2014 neu initiierten Bildungspartnerschaft „Gedenkstätte und Schule“ der Medienberatung und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW unterschrieben wurde.

Die Mahn- und Gedenkstätte und die VHS wollen den bereits bestehenden Kontakt und die Zusammen­arbeit zwischen beiden Institutionen nunmehr intensivieren und ausbauen. Die Vereinbarung bietet dafür einen verlässlichen Rahmen. Die Abteilung Schulische Weiterbildung der VHS, in der Schulabschlüsse nachgeholt werden können, wird damit die fünfte offizielle Partnerschule der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Dazu gehören bereits zwei Berufskollegs, eine Gesamtschule und ein Gymnasium.

Wissenschaftlicher Fachbeirat beendete erfolgreiche Arbeit

Nach seiner erfolgreichen Beratertätigkeit löste sich der Wissenschaftliche Fachbeirat auf.

Der Wissenschaftliche Fachbeirat für die Neukonzeption der Mahn- und Gedenkstätte hat am 16. Mai 2014 zum sechsten und letzten Mal getagt. Seit August 2010 hatte das Gremium die Neugestaltung des Hauses in beratender Funktion begleitet. Historiker und Historikerinnen, Geschichtsdidaktiker, Pädagogen und Museumsexperten aus ganz Deutschland verfolgten den Fortschritt der Planungen für die neue Dauerausstellung konstruktiv und kritisch. Im Austausch mit dem Kuratorenteam der Gedenkstätte wurden wertvolle Anregungen gewonnen.

Jetzt konnten die Mitglieder erstmals auch die Baustelle in Augenschein nehmen und sich genauere Eindrücke von den Räumlichkeiten und deren zukünftige Nutzung verschaffen. Da die inhaltliche und museumsarchitektonische Planung bereits nahezu abgeschlossen ist, beendete das Gremium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität Leipzig) nun seine Beratertätigkeit.

Nach dem Abschluss der Bautätigkeiten wird ab Herbst 2014 der Aufbau der neuen ständigen Ausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ beginnen.  „Mit der Wiedereröffnung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf im Frühjahr 2015 dürfen wir einen den modernen Ansprüchen entsprechenden und insgesamt attraktiven Lern- und Geschichtsort erwarten, dessen konzeptionelle Zugänge uns hier sehr überzeugt haben“, so Prof. Kenkmann in seinem Schlusswort.

Kooperationsvertrag mit dem Luisen-Gymnasium

Von links nach rechts: Annemarie Vogelbusch und Wolfgang Mesenholl (Luisen-Gymnasium), Astrid Wolters und Bastian Fleermann (Mahn- und Gedenkstätte)

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft „Museum und Schule“ des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW wurde eine neue Vereinbarung in Düsseldorf unterzeichnet. Die Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf und das Luisen-Gymnasium an der Bastionstraße wollen den Kontakt und die bereits seit Jahren laufende Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen intensivieren und verstetigen.

Die Vereinbarung bietet dazu einen verlässlichen Rahmen für beide Seiten. Der Vertrag wurde am 10. Januar 2014 durch den Schulleiter Wolfgang Mesenholl, und den Leiter der Gedenkstätte, Dr. Bastian Fleermann, unterzeichnet.

Das Luisen-Gymnasium wird damit die mittlerweile vierte offizielle Partnerschule der Mahn- und Gedenkstätte. Partnerschaften bestehen bereits mit der Heinrich-Heine-Gesamtschule, dem Walter-Eucken-Berufskolleg und der Lore-Lorentz-Schule. Das Luisen-Gymnasium seinerseits setzt als UNESCO-Projektschule Schwerpunkte in der Menschenrechtsbildung, der Demokratie- und Friedenserziehung sowie dem globalen Lernen. Mit der Mahn- und Gedenkstätte als Partner sollen Projekte  und Themen zur NS-Zeit im Schulprogramm verankert werden.

Ratsbeschluss zum Umbau der Gedenkstätte

Der Umbau hat begonnen

Der Umbau hat begonnen: Blick in den Innenhof und auf den Gebäudeteil an der Andreasstraße.

In seiner Sitzung am 26. September 2013 hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf den Umbau und die Neukonzeption der Mahn- und Gedenkstätte endgültig beschlossen (Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss, Vorlage 23/47/2013).

Damit ist der Weg frei für den Umbau und einen Neubau im Innenhof. Mit diesen Maßnahmen soll noch im Winter 2013 begonnen werden. Vorausgegangen waren langwierige Verhandlungen mit dem Hauseigentümer, bei denen es um baurechtliche Fragen und die konkreten Modalitäten des Umbaus ging. Voraussichtlich zum Jahreswechsel 2014/2015 kann die Gedenkstätte mit ihrer neuen Dauerausstellung "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus" neu eröffnet werden.

Mittlerweile sind die Bauarbeiten im Gange. Aktuelle Fotos siehe Bauarbeiten!