Publikationen bis 2009

Auf dieser Seite stellen wir unsere Veröffentlichungen bis 2009 vor.

Neuere Titel finden Sie hier. Restexemplare der Zeitschrift "Augenblick" (erschienen von 1991 bis 2007) finden Sie hier.

Bitte bestellen Sie alle Literatur- und Medientitel direkt bei der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, per E-Mail: dragica.plavcic@duesseldorf.de  oder telefonisch: (0211) 8996207.

Alle Titel mit ISBN können auch über jede Buchhandlung bezogen werden.


Bastian Fleermann, Angela Genger (Hg.)

Novemberpogrom 1938 in Düsseldorf

Mit Beiträgen von Holger Berschel, Bastian Fleermann, Angela Genger, Frank Sparing, Barbara Suchy, Falk Wiesemann und Volker Zimmermann.

Klartext-Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-8375-0085-1

448 Seiten, zahlr. Abb., Hardcover (22,95 €)

"Ein Hausbewohner hatte ihnen die Haustür aufgeschlossen. Als wir nicht öffneten, fingen sie an, die Türfüllung einzuschlagen und die Tür aufzubrechen. Im letzten Augenblick konnten wir noch ins Wohnzimmer flüchten, wo wir uns einschlossen und von wo wir mit anhören mussten, wie zuerst in der Küche und dann im Schlafzimmer alles demoliert wurde." (Jenny Damidt, 18. November 1938)

Mit diesem Band legt die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erstmals eine grundlegende Studie zum Novemberpogrom 1938 in Düsseldorf vor. Die Beiträge behandeln die Zuspitzung der antijüdischen Politik, die Deportation der polnischen Juden im Oktober 1938, die Ereignisse der Pogromnacht und ihre politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Sie klären die Rolle von SS, SA, Gestapo und Gauleitung, fragen nach dem Erleben der Opfer, die von den Erinnerungen an die Gewalt zeitlebens nicht mehr losgelassen wurden. Im Blickfeld stehen daher auch persönliche Zeitzeugenberichte, die das unmenschliche Ausmaß des von den Nazis inszenierten Pogroms erschließen lassen.

Die Bilanz zeigt sich für Düsseldorf verheerend: Eine hohe Anzahl von Todesopfern und Schwerverletzten, Verhaftungen und Deportationen, überall zerstörte Geschäfte, demolierte Wohnungen und Gotteshäuser - das Resultat von nahezu 500 gezielten Überfällen auf jüdische Menschen oder ihre Häuser auf dem ganzen Stadtgebiet. Juden wurden enteignet und zur Ausreise gezwungen, Familien auseinandergerissen und verschleppt. Dies war ein Wendepunkt: Die Pogromnacht diente als Auftakt zur Vernichtung.


Hannele Zürndorfer

Verlorene Welt. Jüdische Kindheit im Dritten Reich

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf 2007, 3. unveränderte Auflage, ISBN 978-3-9805963-3-6

(12,00 €)

Diese Erinnerungen berichten von der wohlbehüteten, glücklichen Kindheit Hannele Zürndorfers und ihrer kleinen Schwester Lotte in ihrem jüdischen Elternhaus im Düsseldorf der dreißiger Jahre. Eine Familie, die seit Generationen in Deutschland verwurzelt war, ein Kind, das in seiner kleinen, sicheren Welt die nahende Bedrohung noch kaum wahrnahm: am 9. November 1938, der "Reichskristallnacht", wurden sie auf den Boden der schrecklichen Tatsachen geholt. Die Kinder wurden nach England vorausgeschickt, wo sie sich behaupten müssen - die Ankunft der Eltern bleibt aus. Sie erreichen das Exil nicht mehr.

Berichtet wird von dem vorzeitigen Verlust der unbeschwerten Kindeswelt und dem der heimatlichen Welt. Zugleich ist dies aber auch die Beschreibung eines Neubeginns in einer neuen Welt, in der Hannele Zürndorfer wieder eine Heimat findet.

Die Autorin wurde in in Großbritannien Journalistin und lebt heute, verheiratet mit einem Bildhauer, in Schottland.

Hrsg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, bearbeitet und mit einer Einleitung versehen von Rolf Schörken - (3., unveränderte Auflage der 1997 erschienenen deutschsprachigen Ausgabe)


Stepan Kutsay

Unbekannte Wege. Deutschland aus der Sicht eines ehemaligen Ostarbeiters 1939-1945

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-9807674-6-0

184 Seiten (10,00 €)

Der Autor Stepan Kutsay stammt aus der West-Ukraine. Als 18Jähriger wurde er 1942 zur Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht. Bis zum Kriegsende musste er in Düsseldorf-Benrath bei der Firma Capito & Klein arbeiten. Sein Buch ist eines der seltenen Zeugnisse ehemaliger "Ostarbeiter", die in der Vorstellung der Nationalsozialisten die unterste Schicht der Zwangsarbeitskräfte bildeten.

Stepan Kutsay berichtet ohne Hass und Verbitterung, voller Wärme und Respekt, humorvoll und mit einer sehr genauen Beobachtungsgabe für Details. Im Jahr 2005 kam er auf Einladung der Stadt als Gast nach Düsseldorf. Er übergab der Mahn- und Gedenkstätte dieses Buch auf Ukrainisch, das jetzt erstmals in deutscher Sprache vorliegt.


Rudi Goguel

Es war ein langer Weg. Ein Bericht

Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. 2007, ISBN 978-3-9807674-7-7

216 Seiten (10,00 €)

Gerade einmal 13 Monate und drei Wochen lebte Rudi Goguel (1908-1976) während der NS-Herrschaft außerhalb von Lagern und Haftanstalten. Er war 24 Jahre alt und leitender kaufmännischer Angestellter in der Werbeabteilung einer Düsseldorfer Maschinenfabrik, als Hitler an die Macht kam. Er war gerade 37 Jahre alt, als er am 3. Mai 1945 als evakuierter Häftling des Konzentrationslagers Neuengamme den Untergang der "Cap Arcona" in der Ostseee überlebte.

In seinem 1947 erstmals veröffentlichten "Rechenschaftsbericht" beschreibt Rudi Goguel 11 Jahre in den Haftanstalten Nazi-Deutschlands: Von der Untersuchungshaft in Düsseldorf zum Prozess, in dem er zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Nach Ablauf der Strafe beantragte die Gestapo "Schutzhaft", das bedeutete die Einweisung in ein Konzentrationslager. Er überlebte auch kraft seiner Überzeugung und steht damit exemplarisch für eine Generation, die viel wagte und auch viel verloren hat.


Volker Zimmermann

In Schutt und Asche. Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Düsseldorf

Mahn- und Gedenkstätte und Stadtarchiv Düsseldorf 2006, 3. Auflage, ISBN 978-3-9807674-5-3

(9,20 €)

Dieses Buch beschreibt die entscheidenden Ereignisse kurz vor und unmittelbar nach dem Ende der Kampfhandlungen in Düsseldorf. Es beschränkt sich deshalb in seiner Darstellung auf die erste Hälfte des Jahres 1945: auf die beiden Monate Januar und Februar, die für die Wirkung der allierten Bombenangriffe und die Lebenssituation der Bevölkerung stehen, auf die Belagerungszeit vom 3. März bis zum 17. April, in der die Diktatur den Terror gegenüber der Bevölkerung und den Minderheiten steigerte, und schließlich auf die ersten beiden Monate derBesatzungszeit, in denen der Grundstein für Demokratisierung und Wiederaufbau gelegt wurde.

Ein faktenreiches Buch, das einen Überblick über die Ereignisse jener schicksalhaften Zeit bietet.

Gewidmet ist die Neuauflage Aloys Odenthal, der bis zu seinem Tod im Jahr 2003 unermüdlich das Andenken seiner in der Nacht vom 16. zum 17. April 1945 ermordeten Weggefährten, die in der "Aktion Rheinland" die Stadt Düsseldorf vor weiteren Zerstörungen retten wollten, wachhielt.


Nathan Mageen

Zwischen Abend und Morgenrot. Eine Geschichte aus dem niederländischen Widerstand

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. 2006, ISBN 978-3-9807674-4-6

128 Seiten, 20 Abbildungen (9,20 €)

Am 16. August 1942 verschwinden mehr als dreißig jüdische Jugendliche aus einem Heim der Deventer Vereniging in Loosdrecht, drei Tage, nachdem die Leiter der Palästina-Pioniere erfahren hatten, dass die "Kinder" abgeholt und in das sogenannte Judendurchgangslager Westerbork gebracht werden sollten. Es war gelungen, für sie alle kurzfristig "Untertauch-Adressen" zu finden.

In den folgenden Jahren unter deutscher Besatzung werden die Verantwortlichen dieser Aktion, die mit den Namen Joachim Simon und Joop Westerweel verbunden sein werden, alles tun, damit die Palästina-Pioniere nicht mit den hunderttausend niederländischen und den nach Holland geflüchteten Juden deportiert werden.

Einer von ihnen ist Nathan Mageen, der als Hans Mogendorff 1922 in Düsseldorf zur Welt kam. Er berichtet in diesem Erinnerungsbuch über Widerstandsaktionen und den Mut von Einzelnen, denen er begegnete, aber auch über das Leid und das Scheitern anderer, die die Grenzen, die persönlichen und geografischen, überschritten. Ungefähr die Hälfte der gesamten Gruppe junger Leute konnte gerettet werden.

Nathan Mageen, Zwischen Abend und Morgenrot. Eine Geschichte aus dem niederländischen Widerstand. Herausgeben von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V., Düsseldorf 2006.


Eric Eckstein

Der letzte Zug. Eine Familiengeschichte

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf u. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. 2004, ISBN 978-3-9807674-2-2

(9,20 €)

 

"Haltet euch raus", lautet die Devise, die Albert und Sophie Joseph ihren Kindern seit 1934 fast täglich mit auf den Weg geben. Sie leben mit einer älteren Verwandten in einer niederrheinischen Großstadt, nicht weit von der Grenze in die Niederlande. Nach und nach zerbricht die Familie: 1935 müssen sie ihr kleines Seifengeschäft aufgeben, Albert flieht ins holländische Utrecht, die Kinder werden getrennt voneinander ins Ausland geschickt, Sophie versucht verzweifelt, Visa für die USA oder Chile zu bekommen. Am Ende warten die Züge in den Osten: nach Minsk und Theresienstadt, nach Chelm und Auschwitz ...

Der Autor Eric Ecksein (*1923) lebte bis 1939 in seiner Geburtsstadt Düsseldorf, bevor er mit einem "Kindertransport" nach England einreisen durfte. Als "feindlicher Ausländer" wurde er 1940 von den britischen Behörden nach Australien deportiert und blieb eineinhalb Jahre interniert. Nach dem Krieg studierte er und wurde Lehrer. Er lebt in Dandenong bei Melbourne in Australien.


Hildegard Jakobs in Zusammenarbeit mit Carolin Huber und Vera Luchtenberg

Zeitspuren in Düsseldorf 1930 - 1950. Ein Stadtführer

Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. 2003

(9,00 €)

Wer leistete eigentlich Widerstand gegen die Nationalsozialisten in Düsseldorf? Wie war der Schulalltag? Gab es den Kaufhof schon 1933?

Diese und ähnliche Fragen interessieren Kinder und Jugendliche. Dieser Stadtführer gibt Antworten. Die 113 nach Adressen geordneten Stationen beleuchten die Vorgeschichte, das Herrschaftssystem der Nationalsozialisten, den Widerstand dagegen und die ersten Jahre der Nachkriegszeit.

Er beschreibt die Mechanismen von Verfolgung und Unterdrückung sowie die konkreten Folgen für die Menschen.

Die zweite Auflage wurde erweitert um ein ausführliches Sach- und Personenregister sowie um einige neue Dokumente.


Kerstin Griese in Zusammenarbeit mit Regine Gabriel und Angela Genger

Opfer von Zwangssterilisierungen und NS-"Euthanasie" in der Rheinprovinz. Eine didaktische Arbeitshilfe mit Dokumenten, Bildern und Texten für Schule und Bildungsarbeit

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf 2001, ISBN 3-9807674-0-X

(10,20 €)


Volker Zimmermann

NS-Täter vor Gericht. Düsseldorf und die Strafprozesse wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen (Schriftenreihe Juristische Zeitgeschichte NRW, Bd. 10)

Hrsg. vom Justizministerium des Landes NRW in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf 2001, ISSN 1615-5718

(3,00 €)


Frank Sparing

Boykott, Enteignung, Zwangsarbeit. Die "Arisierung" jüdischen Eigentums in Düsseldorf während des Nationalsozialismus - Ein Stadtrundgang

Hrsg. vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. 2000, ISBN 3-9805963-8-9

(3,10 €)

Der vorliegende Stadtrundgang befasst sich mit der "Arisierung" im nationalsozialistischen Düsseldorf, also der schrittweisen Ausschaltung der Juden und Jüdinnen aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben.

Anhand verschiedener historischer Orte im Stadtgebiet wird exemplarisch nachvollzogen, wie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme zunehmend Druck aufgebaut wurde um Juden und Jüdinnen aus ihren Berufen zu verdrängen oder sie zum Verkauf ihrer Betriebe zu zwingen, sie schließlich zu enteignen, sie zu Zwangsarbeiten heranzuziehen, und sie dann in einem letzten Schritt vor ihrer Deportation und Ermordung völlig auszurauben.